Richtig lüften – immer unterschätzt

Größere Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht kennzeichnen derzeit den Übergang vom Winter zum Frühling: Die Nächte, wie in der letzten Woche noch teilweise frostig, sorgt die Sonne aber tagsüber mitunter schon für sehr angenehme Temperaturen. „Trotz lauer Temperaturen dauert die Heizperiode in der Regel bis zu 9 Monaten an. Viele Menschen heizen noch bis in den Mai hinein. In dieser Übergangszeit gilt es, keine Energie durch unüberlegtes Verhalten zu verschwenden und auch das Lüftungsverhalten den sich ändernden Witterungsbedingungen anzupassen“, rät Florian Voigt, Projektmanager der „Hessischen Energiespar-Aktion“.
Empfehlungen zum richtigen Heizen: − In Wohn- und Arbeitsräumen reicht eine Temperatur von 20° Celsius aus. Nachts sollte die Temperatur auf etwa 16° Celsius abgesenkt werden, denn wer die Raumtemperatur nur um 1° Celsius senkt, spart rund sechs Prozent der Heizkosten. Es sollte aber bedacht werden, dass eine zu niedrige Raumtemperatur die Schimmelbildung begünstigt. In der Übergangszeit sollte öfter und länger gelüftet werden, etwa aller zwei Stunden 10 bis 15 Minuten pro Lüftungsvorgang. Merke: Je wärmer die Außenluft ist, desto mehr Feuchte enthält sie. Deshalb kann nicht so viel von der überschüssigen Feuchte aus den Wohnräumen, insbesondere Küche, Bad und Schlafräumen, aufgenommen werden. Auf Dauerlüften mit angekippten Fenstern sollte grundsätzlich verzichtet werden. Dauerlüften kühlt die Laibung (der seitliche bzw. obere, innen liegende Wandbereiche, z.B. bei Fenstern und Türen) einseitig ab, das führt zu Kältebrücken und damit zur Gefahr der dortigen Schimmelbildung. Beim Lüften sollten die Heizkörperventile immer geschlossen sein und Heizkörper sollten generell nicht durch Möbel oder ähnliches verbaut oder zugestellt werden. Die Luft kann sonst nicht zirkulieren. Bleiben einzelne Räume ganz unbeheizt, sollten die Türen zu beheizten Räumen hin geschlossen bleiben. Für ausreichende Lüftung auch dieser Räume ist jedoch Sorge zu tragen. Thermostatventile an Heizkörpern sollten dann auf die Position “Frostschutz” eingestellt werden. Eine nachträgliche Dämmung von Rollladenkästen ist oft sinnvoll. Auch Reflexionsplatten zur Dämmung von bestehenden Heizkörpernischen können situationsverbessernd wirken. Zugezogene Vorhänge und Jalousien vor den Fenstern tragen nachts zur Energieeinsparung bei. (ws)

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