Teil 2 – Hohe Investitionskosten für Wärmedämmung

…Wärmedämmung – und nichts als Ärger

Das Leben in einem vollständig durch Kunststoff eingepackten Bauwerk stellt erhöhte Anforderungen an seine Nutzer. Der Grund durch die perfektionierte Wärmedämmung wird jeglicher Feuchtigkeitsdurchgang vermieden. Feuchtigkeit von außen, ja gut, aber eben auch Feuchtigkeit, die durch uns Nutzer in den Räumen entsteht. Vergleichsweise fallen in einem Vierpersonenhaushalt täglich bis zu 11 Liter Wasser in der Raumluft an. Das sind erhebliche Feuchtigkeitsmengen, die bewältigt werden müssen. In den meisten Fällen erfolgt das durch regelmäßiges Querlüften, also einem vollständigen und ausreichend langem Luftaustausch. An dieser Stelle zu sparen, provoziert künftige Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbildung und damit eine Gefährdung der Gesundheit und des Bauwerkes. Als Faustregel gilt: „In einem hochwärmegedämmten Gebäude, welches nach der Energiesparverordnung (EnEV) errichtet oder nachgerüstet wurde, müsste etwa alle 2 Stunden ein vollständiger Luftaustausch erfolgen!“ Eine Zumutung? Sicher, die angebotene Lösung ist eine hochmoderne Lüftungsanlage. Diese löst das Problem, indem sie kontinuierlich für den nötigen Luftaustausch sorgt. In einigen Fällen raten so genannte Fachleute dazu das Lüftungsproblem durch so genannte Fensterfalzlüfter zu lösen. Eine wirkliche Alternative zu Lüftungsanlagen sehe ich jedoch nicht. Im Gegenteil ist diese Art Lüftung von vielen externen Faktoren abhängig, die für den Ottonormalverbraucher nicht mehr beherrschbar sind. Bei sehr warmen Wetter passiert gar nichts, bei Sturm pfeift es durch die Schlitzöffnungen. In jedem Fall wird unkontrolliert Heizenergie abgeführt und geht verloren.

Bei Neubauten wird deshalb vermehrt die Wärmedämmung des Gebäudes im Gesamtkonzept eines Heizungs- und Lüftungskonzeptes bewertet und bemessen. Die Vorrausetzung ist aber die Konzeption und Installation einer nachhaltig wirkenden Lüftungs- und Heizungsanlage. Neueste Anlagen sind darüber hinaus mit Wärmepumpen gekoppelt. Dadurch kann der Abluft bis zu 90 Prozent der enthaltenen Wärme entzogen werden. Vorstehend genannte Feuchtigkeitsprobleme werden durch automatisch arbeitende Lüftungs- und Luftreinigungssysteme völlig ausgeschlossen. Die Erkenntnis daraus ist aber auch, dass nur mit erheblichen finanziellen Mehraufwand eine perfektionierte Wärmedämmung so beherrschbar wird, dass sicher eine Schimmelbildung und eine entsprechende gesundheitliche Gefährdung ausgeschlossen werden können. Wahr ist aber auch das eine 20 jährige Amortisierungszeit hier kaum erreicht werden wird. (ws)

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