Algenbefall – ein Baumangel

Algen an der Fassade

Algen an Fassaden das wird immer mehr zum Problem für Hausbesitzer. Immer häufiger werden Häuslebauer, oft schon geraume Zeit nach Fertigstellung mit einem Grünschleier an der so genannten Wetterseite des Hauses konfrontiert. Das war nicht immer so! Ja, es stimmt, da hat sich tatsächlich was verändert. Primäre Ursachen liegen in den sich veränderten Umwelteinflüssen. Grund ist leider auch hier der voranschreitende Klimawandel. Es gibt regional deutlich mehr Niederschläge, Anstieg der CO2 – Werte und höhere Durchschnittstemperaturen. Ein weiterer Grund ist die „saubere Luft“ und damit das Fehlen des schwefel­dioxidhaltigen „sauren“ Regens.   In Folge, dieser eigentlich positiven Entwicklung, wird das Algenwachstum nicht mehr ausgebremst. Durch die Fassadendämmung gelangt kaum noch Wärme aus dem Gebäudeinnern an die Wandoberfläche. Es besteht auf der Fassadenoberfläche faktisch kein Temperaturunterschied zur umgebenden Außenluft. Ob Morgentau- oder Niederschlagswasser, die Oberflächenfeuchte bleibt länger erhalten. Somit  eine absolut Ideale Vorrausetzung für ein schnelles und intensiveres Pflanzenwachstum. Algen und Flechten gedeihen an einer feuchtwarmen Fassade außerordentlich gut. Innerhalb kurzer Zeiträume wird das extensive Wachstum sichtbar.

 

Algenbefall auf einer Dachfläche

 

Gutachten bestätigen es

Einige Bauherren sehen darin einen Mangel, der zu beheben sei. Sie klagen deshalb vor Gericht.

 

Bereits 2005 wurde in einem Gutachten des Instituts für Baurecht Freiburg i. Br. e.V. (Professor Dr. Vygen, RAe Haitz und Wiedemann) festgestellt: „Algen und Pilze an der Fassade begründen grundsätzlich keinen Mangel der Werkleistung, da der Putz in seiner Substanz nicht geschädigt wird.

Algenbefall der Fassade ist jedoch meist eine erhebliche optische Beeinträchtigung. Der Bauherr wird also mit Recht behaupten: „Vereinbart war eine weiße Fassade und keine mit grau-grünen Flecken!“ Abwegig ist diese Begründung keinesfalls, denn auch im Sinne einer Rechtsprechung hat die Fassade neben bauphysikalischen Aufgaben sehr wohl auch gestalterische, ästhetische zu erfüllen. Das trifft somit auch für mit Algen oder anderen Mikroorganismen, wie Flechten oder Moosen, befallene Außenwände zu.

 

Algenbefall verzögern, aber wie?

Die Hersteller von Putzen und Oberflächenbeschichtungen von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) haben längst auf die veränderten Bedingungen reagiert. Den reinigenden Effekt des sauren Regens haben Nanotechnologie, fungizide und algizide Produktzusätze übernommen. Zwar verlieren die Wirkstoffe im Lauf der Zeit aufgrund der Witterung ihre Kraft. Sie können den Algenbefall jedoch um Jahre verzögern, im Idealfall bis zur ohnehin erforderlichen Renovierung. Da die Putze werkseitig nicht standardmäßig mit Algenschutz ausgerüstet sind, sollte man die Entscheidung darüber nicht vergessen. Der Fachverband für WDVS rät deshalb zu einer schriftlichen Bestätigung, wenn der Bauherr ausdrücklich eine Oberflächenbeschichtung ohne algizide Zusätze wünscht.

 

Wasser das Problem – Wetterschutz sicherstellen

Soweit die gestalterischen Elemente es zulassen, sollte der Planer darauf achten, dass die Niederschlagswasserbelastung der Fassaden gering gehalten wird.

Ideale Vorrausetzung ist dabei ein ausreichender Dachüberstand. Auch Bauteile wie Attiken, Gesimse, Fensterbänke oder herzustellende Tropfkanten und ähnliches sind so zu planen und auszuführen, dass die Fassade nicht zusätzlich von Wasser belastet wird. Der Spritzwasserschutz ist besonders in Bereichen des Gebäudesockels (Regenstreifen), der Balkone, Terrassen, Vordächer oder bei Aufbau-Rollladenkästen zu gewährleisten. (ws)

Teil 1 – Nichts gespart und trotzdem krank

Der Trend zur Perfektion wird immer skurriler. Insbesondere bei der Fassadendämmung wird durch verbesserte Wärmedämmmaterialien und erhöhte Dämmstärken die Wärmeleitfähigkeit immer weiter reduziert. Fensterbauer sind gefordert im gleichen Maße diesem Trend mitzugehen. Das gemeinsame Ziel ist es Energie zu sparen und damit die Heizkosten deutlich zu minimieren, ohne Kältebrücken zu provozieren.
Bei der Betrachtung dieser Problematik müssen wir unterscheiden, handelt es sich
a) um einen Neubau bei dem die Wärmedämmung durch die Wärmeschutzberechnung explizit ausgewiesen ist und Bestandteil des Gesamtneubaukonzeptes darstellen sollte.
b) Bei einer älteren Bausubstanz handelt es sich immer um eine zusätzlich aufgebrachte Wärmedämmung, eine die zuvor nicht geplant war und jetzt wärmeschutztechnisch passend nachgerüstet werden soll.
Das Ziel auch hier Kälte abzuhalten und damit Heizkosten zu sparen. Eine ordnungsgemäße Ausführung setzt in jedem Fall eine energetische Untersuchung durch einen geprüften Energieberater voraus.
Das ermittelte Ergebnis gibt Auskunft was konkret, wie verändert werden muss, um den gewünschten oder gesetzlich vorgeschriebenen Energie – Einsparungseffekt zu erreichen. Die Gegenüberstellung der erforderlichen Baukosten und der theoretisch ermittelten Einsparung in € ist dabei nicht nur interessant, sondern leider auch sehr ernüchternd. Oft dürfte die Amortisierungszeit bei bis zu 20 Jahren liegen. Mein Rat! Suchen Sie sich deshalb einen unabhängigen Energieberater, das kostet zwar bis zu 300,00 €, aber Sie sind auch die Sorgen los. Sie wissen woran Sie sind können sich entsprechend entscheiden und haben ggf. auch für Ihre Argumentation beim Bauamt eine gute Basis. Ihr Nutzen läge vor allem darin unsinnige Investitionen zu vermieden und nur welche in Betracht kommen, die nachhaltig effektiv sind. So wird nicht nur Geld gespart, sondern es werden mögliche Folgeschäden am Bauwerk und ggf. daraus entstehende gesundheitliche Folgen vermieden. Die Berater erhalten zudem von der BAFA gefördert. Die These „Nichts gespart und trotzdem krank!“ die gilt es zu vermeiden.