Wie gefährlich sind Risse in der Wand wirklich?

Risse treten immer wieder auf, sind meist unschön, aber selten wirklich gefährlich. Die Frage, ob man dagegen was tun kann oder sogar muss, die soll hier beantwortet werden.

Oft haben die Risse eine ganz harmlose Ursache. Aber sie können auch auf ernsthafte konstruktive Probleme am Baukörper hinweisen. In jedem Fall stellen Risse eine echte Herausforderung den Handwerker dar, der mit einer nachhaltigen Beseitigung der Schäden beauftragt wird.

Im Gebäude

In Wohnungen werden oft Risse in den Ecken der Wände oder zwischen Wand und Decke sichtbar, die durch die Bewegung in sich starrer Bauteile zueinander entstehen. Diese Art Risse kann durch Ausfugen mit Acryl und späterem Übertapezieren oder Überstreichen auf längere Zeit behoben werden. Die Begutachtung durch einen Fachmann ist jedoch auch hier empfohlen, um böse Überraschungen völlig auszuschließen.

Welche Rissarten gibt es?

Schwerpunktmäßig unterscheidet man zwei Arten von Rissen.

Zum einen die putzbedingten, zum anderen putzgrundbedingten Risse. Dabei sind die putzgrundbedingten Risse, welche die auf Baumängel, insbesondere im Bereich des Baugrundes und dessen Behandlung zurückzuführen. Schlechte oder ungleichmäßige Verdichtungen des Untergrundes können dafür eine zentrale Ursache sein. Hier seien die sehr oft auftretenden Setzrisse als Beispiel angeführt. Entsprechend der Tragfähigkeit des gewachsenen Bodens kommt es bei kiesigem Untergrund eher, also schon nach Monaten und bei lehmigem oder gar felsigem Untergrund erst nach Jahren zu Setzungen. Setzt sich ein Bauwerk gleichmäßig bis zu 1,5 cm, so stellt das kein Problem dar. 

Schrumpf und Schwindrisse

Sie entstehen vor allen Dingen dort, wo zu schnelles ein Abtrocknen der Oberfläche zum beschleunigten Zusammenziehen des Putzes führt. Es entstehen netzförmige Risse. Ursache: Das darunterliegende Mauerwerk zieht sich wesentlich langsamer Zusammen, als die darüber liegende Putzdeckschicht. Ein Grund: Eine Baumaßnahme wurde in einer schon kritischen Jahreszeit (Oktober / November) durchgeführt Mauerwerk und Betonelemente waren stark durchnässt, während die Putzschicht aufgebracht wurde.

Netzförmiges Rissbild

Die sichtbaren Haarrisse von 0,1mm Stärke stellen kein bauliches, jedoch ein optisches Problem dar. Deshalb ist eine Sanierung angeraten, damit der Schaden im Winter durch Wassereintritt vermieden wird. Sanierung soll wie folgt ablaufen: Überspachteln, grundieren, mit einer neuen Putzschicht versehen, diese mit Risssicherung belegen und abschließen noch Mal putzen und einen Egalisierungsanstrich aufbringen. (ws)

Defekte Drainage, hohe Kosten, Rechtsstreit, kein Ende in Sicht

Defekte Drainage verursacht Reparaturkosten von ½ Million €

Sonthofen. Vor nunmehr 5 Jahren sackte ein Teil des Buchfinkenweges, oberhalb des Allgäu Sternhotels gelegen, ganz plötzlich ab. Ein tiefes Loch mit einem 2 m Durchmesser war in der dortigen Fahrbahn entstanden.
Die Ursache: Die hinter der Pfeilerstützwand (2) gelegene Drainage war defekt und deshalb außer Funktion. Das von Oberfläche, Hang und Grund ankommende Wasser wurde nicht mehr oder nur völlig unzureichend abgeleitet. Die hinter den Stützwandpfeilern befindliche Hinterfüllung wurde ausgespült, es entstanden große Hohlräume. Die Verkehrsbelastung durch den PKW Anlieger – Verkehr auf dem Buchfinkenweg führte schließlich zum teilweisen Einsturz der dortigen Verkehrsfläche. Verletzte oder gar Tote gab es nicht, aber für die betroffenen Garagenbesitzer war die Benutzung ihrer Garage, nach dem Wegfall der Zufahrt über den Birkenweg, nicht mehr möglich.
In Mitleidenschaft gezogen wurde auch die 60m lange 8 Meter hohe Stahlbetonpfeilerstützwand. Diese diente und dient dazu den hangseitigen Erddruck abzuhalten. Damit wurde seinerseits die zur Errichtung des Hotels erforderliche Baufreiheit hergestellt. Die hochkomplizierte, statisch sensible Pfeilerstützwand mußte auf lange Sicht mittels Verankerung im rückwärtig anstehenden Felsen gesichert werden.

Es gilt als grundlegende Argumentation der Stadt Sonthofen in einem laufenden juristischen Prozess gegen die heutigen Eigentümer des Hotels, dass das heutige Hotel nur errichtet werden konnte, weil der Hang mit dem Ziel ein Plateau zu schaffen angeschnitten und teilweise abgetragen wurde. Zum Schutz gegen drückende hangseitige Erdmassen musste die beschriebene Pfeilerstützwand aus Stahlbeton errichtet werden.

Die vor 5 Jahren für 417.000 €, insbesondere von der Stadt Sonthofen durchgeführte Sanierung, dürfe deshalb nicht allein der Steuerzahler tragen, sondern die Hoteleigner sollten sich entlastend beteiligen, argumentiert Christian Wilhelm (Bürgermeister der Stadt Sonthofen).

Die WEG Allgäu Stern sei jedoch nach Aktenlage nur für die Anker (1)verantwortlich gewesen, die die Bohrpfähle (2) mit dem Felsgrund verbinden, argumentiert dagegen deren Vertreter Dr. Werner Rieder. Allein 130.000 € seien für die Sanierung der Ankerköpfe allein von den Eignern gezahlt wurden. Die Wand und die Drainagen befänden sich außerdem auf städtischem Grund. Vor Baubeginn habe man sich mit der Stadt über die zu bebauende Fläche und deren Hangsicherung einigen können. Eine explizite Mitverantwortung für spätere Leistungen der Instandhaltung oder Instandsetzung auf städtischem Gebiet sei zum einen nicht vereinbart wurden und demzufolge auch nicht im Grundbuch verankert.
Bisherige gerichtliche Entscheidungen bestätigen eher die Haltung der Allgäu – Stern- Vertreter. Dennoch hält die Stadt stur an Ihrer Beteiligungsforderung fest. Das Urteil wird schon in den kommenden Wochen mit Spannung erwartet. Bürgermeister Christian Wilhelm will eine weitere Niederlage nicht hinnehmen und droht mit der nächsten Instanz. (ws)

Foto: Garagenstandort Buchfinkenweg Sonthofen

Probleme mit der Wärmedämmung

Welche Probleme können durch Wärmedämmung entstehen?

Ich halte den Einsatz von Wärmedämmmaterial insbesondere zur Altbausanierung zumindest für problematisch. Ältere Gebäude leben von einem gesunden Wärme- und Feuchtigkeitsdurchgang. Dieser wurde in den vielen hundert Jahren zuvor immer zugelassen. Durch die nachträglich mit Wärmedämmschichten versehenen Altbauten sinkt der Energieaufwand zur Beheizung signifikant. Gleichzeit jedoch entstehen neue Probleme durch Luftfeuchtigkeit, die nur durch pc-gesteuerte Be-und Entlüftungsanlagen tatsächlich in den Griff zu bekommen sind. Das empfohlene ausreichende Querlüften ist eine günstigere Alternative für die, denen die Gefahr welche durch die Luftfeuchte im Raum ausgeht bekannt und bewußt ist. Andere leben unbewußt mit der Gefahr einer Schimmelbildung. Das Entsorgungsproblem für bereits erstellte Wärmeverbundsysteme mit HBCD besteht gegenwärtig kaum. Betroffen sind aber die derzeit zu erstellenden Neubauten und wärmetechnischen Sanierungsvorhaben. HBCD (Hexabromcyclododecan) ist ein additives Flammschutzmittel, das überwiegend in Polystyrol Schaum, in hochschlagfestem Polystyrol eingesetzt wird. Dadurch wird insbesondere erreicht, dass sich lokale Brandherde langsamer entwickeln. neue-wd-auf-alter-fassade-iiDurch die Einmischung von HBCD wird erreicht, dass Polystyrol als „schwer entflammbar“ klassifiziert eingestuft werden kann! Seit dem 11. März 2016 gibt es außerdem eine direkte Verbindung zwischen der deutschen Verordnung über das europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnisverordnung – AVV) und der POP-Verordnung in Form eines dynamischen Verweises (Nr. 2.2.3 der Einleitung des Abfallverzeichnisses). Demnach gelten grundsätzlich alle POP-haltigen Abfälle (die den jeweiligen Grenzwert in Anhang IV der POP-Verordnung überschreiten) in Deutschland als gefährlich und nachweispflichtig. Die neue Einstufung betrifft vor allem Polystyrol-Dämmstoffe, die mit HBCD als Flammschutzmittel ausgerüstet sind. Expandiertes Polystyrol (EPS) enthält in der Regel 0,7% und extrudiertes Polystyrol (XPS) ca. 1,5% HBCD. Da der Grenzwert für die Einstufung als gefährlicher Abfall bei 1000 ppm (0,1%) liegt, gelten diese Abfälle ab 30. September 2016 als gefährlich und nachweispflichtig und dürfen nur noch in Abfallverbrennungsanlagen behandelt werden, die über eine entsprechende Zulassung verfügen. Der Begriff „gefährlich“ meint in diesem Zusammenhang, dass die Behandlung des Abfalls gesondert zu erfolgen hat und mit entsprechenden Nachweisen belegt werden muss. Nach der Abfallverzeichnis-Verordnung werden HBCD-haltige Dämmstoffabfälle daher ab 30. September 2016 der Abfallschlüsselnummer „17 06 03* anderes Dämmmaterial, das aus gefährlichen Stoffen besteht oder solche Stoffe enthält“ zugeordnet. Für kleinere Mengen < 2t gilt die Vorschrift der POP-Verordnung, dass das HBCD in ihnen unumkehrbar zerstört oder umgewandelt werden muss. Hierfür ist die Abfallverbrennung das geeignete Verfahren. Offensichtlich ist das Material nicht so giftig, dass man es nicht Thermischen entsorgen, also verbrennen, könnte. Das Problem jedoch ist, dass die Vernichtung des HBCD – haltigen Materials thermisch getrennt erfolgen muß. Das wiederum hält die Heizkraftwerke mit entsprechend ausgelegten Anlagen davon ab diese Materialien überhaupt zu verbrennen. Sie müßten diese Kleinmengen zwischenlagern um sie dann separat verbrennen zu können. Diese Logistik existiert derzeit nicht, deshalb wird die Annahme dieser belasteten Abfälle abgelehnt. Handwerker und Auftraggeber bleiben auf dem Material sitzen. Geplante Bauleistungen, die die Verwendung des jetzt „geächteten Materials“ beinhalten sind gecancelt. Der Streit ist vorprogrammiert! Handwerker und Auftraggeber debattieren über die Einhaltung der Vertragsmodalitäten, es geht um die Ausführung an sich und um den vertraglich zugesicherten Preis.

Hintergund: Nach der POP-Verordnung ((EG) Nr. 850/2004) Art. 7 (2) müssen Abfälle, die persistente organische Schadstoffe („POPs“) enthalten, so verwertet oder beseitigt werden, „dass die darin enthaltenen persistenten organischen Schadstoffe zerstört oder unumkehrbar umgewandelt werden“. Abfall gilt dann als „POP-haltig“, wenn dessen POP-Gehalt größer oder gleich einer bestimmten Grenzwertkonzentration im Anhang IV der POP-Verordnung ist. Der für HBCD festgelegte Grenzwert von 1000 mg/kg wird am 30. September 2016 rechtswirksam. Mit dem Grenzwert wird das Ziel verfolgt, HBCD aus dem Wertstoffkreislauf auszuschließen.

 

 

Bauschäden und Baumängel – guter Rat nicht teuer! Teil 1

Bauschäden erkennen.

Die eigentlichen Ursachen bereits vorhandener Bauschäden zu erkennen, diese zu analisieren und daraus die passende Diagnose für Sie als Kunde oder Bauherr abzuleiten, dass sehe ich als meine Herausforderung an, der ich gerecht werden will.
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Baumängel in Schadensanalyse erfassen.

Ich sage Ihnen konkret, woher Bauschäden kausal kommen und wie sie und die spezifischen Schadensursachen in den Griff zu bekommen sind in einer Schadensanalyse. Ich, als Ihr persönlicher Bauberater, kann Ihnen helfen und dafür Sorge tragen, dass   auch bislang unerkannte Baumängel sich für Sie nicht zu einem erheblichen finanziellen Risiko   auswachsen können.
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Unabhängige Bauberatung. 

Eine zusätzlichen unabhängigen Bauberatung schützt Sie, Ihre Familie und Ihren Geldbeutel. Es ist noch nicht zu spät. Holen Sie sich durch mich eine zusätzliche Meinung ein und gestalten Sie Ihren Hausbau ab sofort fehlerfrei. Ich bin gern bereit für Sie sachkundig die anfallenden Leistungen zu prüfen, zu überprüfen und ggf. korrigierend einzuschreiten. edt-m-14-11-002-1
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Bauschäden erkennen, in einer Schadensanalyse erfassen und auswerten ist die einzige sinnvolle Möglichkeit dem Bauarbeiter, der Baufirma oder dem Bauträger verständlich und fachgerecht den Umfang der Baumängel und damit den Umfang der Baumängelbeseitigungen zu erklären.
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Dadurch können Baufehler rechtzeitig vermieden, erkannt und abgestellt werden. Das finanzielle Risiko, das nach Fertigstellung Ihres Hauses aufwändige   Mängelbeseitigungen notwendig werden, dadurch eine wesentliche Verlängerung der Bauzeit eintritt, vertragliche Terminbindungen überschritten werden und weitere externe Kosten entstehen, das kann so ausgeschlossen werden.
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